
Die Seele des Naturmaterials, gespeichertes Wissen der Erde
Meine künstlerische Arbeit beginnt in den tiefen Archiven der Erde, lange bevor meine Hände den Ton berühren. Ich arbeite mit Naturton, welcher aus zwei der geschichtsträchtigsten Tonregionen Europas stammt: dem deutschen Westerwald und der italienischen Emilia-Romagna. Wenn ich diesen Ton berühre, halte ich gespeichertes Wissen der Erde in meinen Händen und forme daraus einzigartige Objekte.
Das Gedächtnis des Tons
Spirituell gesehen wird in der mikroskopischen Struktur der Tonplättchen jede Berührung, jeder Druck und jede Stimmung des Schaffensprozesses gespeichert. Wenn du eines meiner Werke anblickst oder berührst, spürst du die Resonanz einer Erde, die seit Jahrmillionen Leben in sich trägt.
In meiner Arbeit vereine ich diese Erden in einem Prozess, der alle vier Elemente untrennbar verbindet:
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Erde: Der Rohstoff selbst.
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Wasser: Es macht die Erde schlammig und formbar, schenkt ihr Geschmeidigkeit und weckt sie metaphorisch zum Leben.
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Luft: Sie entzieht dem Werkstück sanft die Feuchtigkeit und schenkt ihm die erste Stabilität.
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Feuer: Die finale Wandlung. Bei bis zu 1250°C vollzieht sich die Alchemie, die das Formbare in ewigen Stein verwandelt. Jedes Werk muss innen vollständig ausgehöhlt sein, um in der Hitze bestehen zu können.

Farbe und energetische Resonanz
Ich nutze die unterschiedlichen Frequenzen meiner Materialien ganz bewusst:
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Klassischer roter Ton: Reich an Eisen (Hämatit), symbolisiert er die glühende Kraft des Erdkerns – eine tiefe, vitale Erdung aus den italienischen Hügeln.
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Weißer Ton: Basierend auf reinem Kaolin, steht er für Klarheit. Die beigemischte Schamotte – bereits einmal gebrannte Erde – verleiht ihm Struktur und Standhaftigkeit für meine künstlerische Vision.